#144: Schatten-KI im Krankenhaus

ChatGPT diagnostiziert mit 72 Prozent Trefferquote auf dem Niveau eines Assistenzarztes. Was dem Chatbot aber fehlt, ist die ärztliche Kunst, das Abwägen in Grauzonen-Momenten und das Lesen zwischen den Zeilen. Genau das sagt Professor Dr. Heinz Wiendl, Klinikdirektor für Neurologie am Uniklinikum Freiburg und Gründer von Prof. Valmed.

Gemeinsam mit seiner Co-Gründerin Vera Rödel hat Prof. Dr. Wiendl eine kuratierte Datenbank mit rund 2,5 Millionen Dokumenten aufgebaut, die die validierte Mehrheitsmeinung der Medizin widerspiegeln. Das Ergebnis ist das weltweit erste und einzige CE-zertifizierte Klasse-2B-Medizinprodukt zur klinischen Entscheidungsunterstützung auf LLM-Basis.

Wiendl vergleicht die meisten anderen KI-Tools in der Medizin mit Formel-1-Wagen: „Die sind schön anzuschauen, die sind sehr schnell, aber sie haben keine Straßenzulassung.“ Das spiegelt sich auch bei der Nutzung von Schatten-KI in Kliniken wider. Ärzt:innen googeln und fragen ChatGPT, aber offiziell dürfen sie das nicht. Er erklärt, warum Physician Assistants mit KI-Copiloten die Notaufnahmen entlasten könnten, was Never-Skilling, Miss-Skilling und Deskilling für die nächste Ärztegeneration bedeuten und ob klinische Entscheidungsunterstützung nicht längst eine staatliche Aufgabe sein müsste.

 

Shownotes zu dieser Folge:

The Medical Network im Web

Andrea Buzzi auf LinkedIn

Prof. Dr. Heinz Wiendl auf LinkedIn 

Fakt oder Fantasie

Prof. Valmed im Web

Publikation von Prof. Valmed