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10 Milliarden Euro – so hoch ist der volkswirtschaftliche Schaden durch Wechseljahresbeschwerden in Deutschland pro Jahr. Und trotzdem gilt für die Menopause in Deutschland oft noch das Motto: „Da muss man halt durch.“
Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich Anne Feldt mit der FemTech-App Hermaid. Gemeinsam mit ihrer Schwester hat sie ein Unternehmen aufgebaut, das Frauen in den Wechseljahren individualisierte Begleitung bietet: vom Symptom-Tracking über ärztliche Beratung bis hin zu evidenzbasierter Aufklärung. Und das bewusst ohne DiGA-Zertifizierung, da diese allein rund 2 Millionen Euro kostet und bereits vier weitere Wechseljahre-DiGAs in der Pipeline stecken.
Im Podcast spricht Andrea Buzzi mit Anne Feldt über Perimenopause und Menopause – und darüber, warum die Phase häufig erst spät erkannt wird: Menopause wird per Definition erst nachträglich diagnostiziert (12 Monate ohne Periode), aber die hormonelle Umstellung startet aber oft viel früher. Symptome wie Schlafprobleme, veränderte Stressresilienz, Stoffwechselveränderungen und auch „Wut“ werden dadurch schnell individualisiert oder falsch eingeordnet. Feldts Kernpunkt: Frauengesundheit im mittleren Alter ist strukturell unterversorgt – auch, weil Frauen in Forschung und Datensamples oft vollständig fehlen. Ihr bildhafter Vergleich: Frauen landen ab einem gewissen Alter in der „Rumpelkammer des Lebens“.
Die provokanteste These der Folge ist damit eine Versorgungsfrage: Menopause ist kein Privatproblem. Wird sie weiter so behandelt, zahlen Betroffene doppelt – mit Lebensqualität und Produktivität.