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70 bis 80 Prozent aller deutschen Krankenhäuser laufen über HPE-WLAN. Ralph Schirmeisen, Chief Technologist Healthcare bei Hewlett Packard Enterprise, ist seit 30 Jahren in der Infrastruktur des deutschen Gesundheitswesens unterwegs. Er erklärt, warum die elektronische Patientenakte aus seiner Sicht am falschen Ende begonnen hat: „Die Idee ist toll, dass man die Daten sammelt – aber warum hat man nicht von vornherein gleich eine Prozessplattform mitgedacht?“
Was er meint: Die ePA ist im Grunde ein Ordner, der ohne passende Prozesse nicht optimal genutzt werden kann. Das Gesundheitssystem braucht seiner Meinung nach keinen weiteren Datenspeicher, sondern eine Plattformlösung. Schirmeisen vergleicht es mit Booking.com: eine übergreifende Prozessplattform, in die sich lokale Lösungen einklinken können, die Termine vermittelt, die Patient Journey begleitet und dabei trotzdem die unterschiedlichen Regulatoriken der verschiedenen Bundesländer berücksichtigt.
Für den Aufbau einer nationalen Gesundheitsplattform hat Schirmeisen einen konkreten Vorschlag: die Bundesdruckerei. Das Unternehmen verantwortet das Identitätsmanagement für jeden deutschen Bürger, ist im Bereich Sicherheit breit aufgestellt und war zuletzt auch auf der DMEA präsent, wurde bisher aber kaum als Gesundheitsakteur wahrgenommen. Die Gematik wiederum hält er für die geeignete Institution, um eine solche nationale Prozessplattform voranzutreiben.
Schirmeisens realistisches Ziel für die nächsten fünf Jahre: Jede Patient Journey, ob ambulant oder stationär, soll mit einem digitalen Login beginnen.