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Ist die Apotheke um die Ecke ein Auslaufmodell? Und wer versorgt eigentlich die Menschen, die nicht einfach mal eben in die Stadt fahren können? 22 Jahre haben sie gewartet. Dann kam das E-Rezept und Redcare verdoppelte fast den Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten innerhalb eines Jahres. Theresa Holler war Mitarbeiterin Nummer 2 bei dem, was heute Europas größte Online-Apotheke ist. Heute ist sie COO und trägt als Apothekerin die Verantwortung für zehntausende Pakete täglich.
Ihr Urteil über den Apothekenmarkt ist pointiert und wird dem ABDA nicht freuen: 16.500 stationäre Apotheken in Deutschland, und Theresa sagt: Es sind immer noch zu viele. Die Online-Apotheke ist kein Angebot für junge Digital Natives. Redcares Hauptkundengruppe liegt zwischen 45 und 75+. Und wer selbst nicht bestellen kann, hat oft Kinder oder Angehörige, die es übernehmen.
Theresa erklärt außerdem, warum das E-Rezept den Kunden bisher vor allem zum Überbringer einer Plastikkarte gemacht hat, was Sammelsignaturen beim Arzt damit zu tun haben und warum das ein politisch lösbares Problem wäre. Eine Folge über 848 Millionen Euro Quartalsumsatz, 87 % Wiederbestellrate und die Frage, ob Online und Offline im Apothekenmarkt wirklich Feinde sein müssen.