#143: Walk-in beim Tele-Doktor

Telemedizin ist super. Bis man merkt, dass ein Video-Anruf keinen Blutdruck messen kann. Und genau an dieser Stelle wird es in Deutschland schnell ungemütlich, denn der nächste Schritt heißt dann oft: Notaufnahme. Nicht weil es ein Notfall ist, sondern weil es schlicht nichts dazwischen gibt.

Tobias Leipold will diesen Zwischenraum bauen. Sein Ansatz: eine Telemedizin-Box, die wie ein echtes, schallisoliertes Sprechzimmer funktioniert und dort steht, wo Menschen sowieso unterwegs sind. In Apotheken, in Gemeinden, im Supermarkt. Die Patient Journey ist dabei bewusst so gebaut, dass sie ins System passt: Termin buchen, Ersteinschätzung per Fragebogen, Check-in mit Versichertenkarte, Vitalwerte checken und dann geht die Session mit der Ärztin oder dem Arzt los. Wenn es nötig ist, gehen ferngesteuerte Schubladen auf, mit digitalem Stethoskop oder Otoskop, angeleitet direkt in der Session.

Was im Gespräch wirklich hängen bleibt: Ärzt:innen und MVZs fragen aktiv, wie sie mitmachen können. Tobias nennt das seinen „Gänsehautmoment“. Und wenn man sich anschaut, wie voll die Wartezimmer sind und wie viele Fälle dort eigentlich gar nicht hingehören, versteht man auch warum.

 

Shownotes zu dieser Folge:

The Medical Network im Web

Andrea Buzzi auf LinkedIn

Tobias Leipold auf LinkedIn

Fakt oder Fantasie

Medivise im Web