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KI in der Medizin

Täglich werden auf der ganzen Welt Abermillionen von Gesundheitsdaten erzeugt. Die Marktexperten von IDC schätzen, dass das Gesamtvolumen bis 2020 auf 2.314 Exabytes (ein Exabyte entspricht 1 Mrd. Gigabytes) gewachsen sein wird (Quelle: PwC Studie „Sherlock in Health“). Wenn man von 746 Mio Einwohnern in Europa ausgeht, werden etwa 3 Gigabyte Gesundheitsdaten pro Kopf am Tag erzeugt. Laut International Data Corporation wächst das von der Healthcare-Branche generierte Datenvolumen jährlich um 48 Prozent.

Da, wo Menschen und herkömmliche Computerprogramme an ihre Grenzen stoßen, nämlich bei der Auswertung von riesigen Datenmengen oder der Erkennung von Mustern, kommt Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel. Intelligente Systeme sind in der Lage, Daten in einer enormen Geschwindigkeit auszuwerten. Ob bei der Diagnose, der Früherkennung, der Behandlung von Krankheiten wie Krebs, als Hilfe für Entscheidungen oder in der Forschung – KI in der Medizin unterstützt nicht nur Ärzte und medizinisches Fachpersonal, indem sie ihnen Routineaufgaben abnimmt. Sie erweitert auch die Möglichkeiten im Healthcare-Bereich.

Röntgen

Einsatzgebiete von Künstlicher Intelligenz in der Medizin

Unter anderem ermöglicht Künstliche Intelligenz personalisierte Therapien. Das Beispiel des Zentrums für Personalisierte Medizin der Universitätsklinik Tübingen (Abteilung für Innere Medizin) zeigt, wofür KI bereits heute eingesetzt wird. Dort behandeln Ärzte Patienten nicht mehr nach Standard-Methoden. Mithilfe von KI analysieren sie stattdessen die genetischen Merkmale der Tumore. Das erlaubt ihnen, bereits vor der Behandlung zu wissen, welches Medikament mit hoher Wahrscheinlichkeit wirken wird und welches nicht.

Werden Computer irgendwann Ärzte ersetzen? Bedenken beim Einsatz von KI in der Medizin

Trotz der vielen Vorteile des Einsatzes von KI in der Medizin, gibt es berechtigte Bedenken: Werden Computer irgendwann Ärzte ersetzen? Sind sie dann diejenigen, die die Entscheidung für oder gegen das Leben eines Menschen treffen (werden)? Auch die Datenfrage ist den meisten von uns wichtig. Wie sicher sind die Daten der Patienten?

Positiv ist, dass sich viele Unternehmen dessen bewusst sind. Viele treten bereits für „Responsible AI“ ein und verpflichten sich auf freiwilliger Basis dazu, Künstliche Intelligez ethisch zu nutzen. Auch Forscher beschäftigt das Thema. Mit dem Ziel, eine „vertrauenswürdige KI“ sicherzustellen, entwickelt ein interdisziplinäres Team am Fraunhofer IAIS einen Prüfkatalog, der die sachkundige und neutrale Bewertung von KI aus philosophischer, ethischer, rechtlicher und technologischer Sicht ermöglicht. Zertifizierte KI-Anwendungen sollen dann die technische Zuverlässigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie gewährleisten.

Aller Bedenken zum Trotz stehen Menschen der Nutzung von KI in der Medizin offen gegenüber. In Deutschland glauben 61 Prozent der Menschen, dass Ärzte mehr Zeit für Patienten haben werden, wenn die KI ihnen manche Tätigkeiten abnimmt. So das Ergebnis einer Umfrage des Digital Verband Deutschland Bitkom unter rund tausend Bundesbürgern. Fast die Hälfte glaubt außerdem, dass KI Röntgenbilder schneller analysieren kann als Ärzte und dass Computer deshalb die Aufgabe dauerhaft erledigen sollten. Und weiter: 31 Prozent sind bereit, sich künftig regelmäßig eine Zweitmeinung von einer Künstlichen Intelligenz einzuholen.

Warum KI in der Medizin gute PR braucht

Das sollte uns freuen, denn die Meinung der Öffentlichkeit zu Künstlicher Intelligenz ist entscheidend für ihre Verbreitung. Diese Erkenntnis zieht zumindest die PwC Studie „Sherlock in Health“. Die Kommunikationsstrategien von KI-Unternehmen spielen also eine wichtige Rolle für die unmittelbare Zukunft von KI-basierten Lösungen.

Das Digital-Magazin CLUTCH hat sich im Print CLUTCH KI-Special die Kommunikation der vielversprechendsten KI-Unternehmen Deutschlands angeschaut. Das Ergebnis: Nur 7 % machen strategische PR. Kein Wunder, dass kaum jemand Deutschland als KI-Standort wahrnimmt und die Angst vor KI wegen Intransparenz so hoch ist.

Durch transparente Kommunikation über Entwicklungen, Risiken und deren Lösungsansätze können KI-Unternehmen in der Medizin dafür sorgen, dass die Akzeptanz unter den Menschen steigt. Zudem ist die Öffentlichkeitsarbeit nicht unerheblich für die Positionieren von Unternehmen, Geschäftsführern und Gründern sowie Produkt – wie in jeder anderen Branche auch. Wer Künstliche Intelligenz nutzt, sollte auch darüber sprechen.

Infografik: KI-Startups in Deutschland im Überblick | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Weitere spannende Informationsquelle zu KI in der Medizin

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat auf seiner Seite Was KI für die Medizin bedeutet Informationen zu den Rahmenbedingungen und Voraussetzungen zusammengetragen.

Ein Hörtipp zum Thema Künstliche Intelligenz allgemein ist die Handelsblatt Disrupt Podcastfolge KI-Forscherin Zweig: „Wir sollten nie eine starke KI entwickeln – sie könnte unglaublichen Schaden anrichten“.

Artikel KI im Gesundheitswesen: Viele europäische Fachkräfte nutzen künstliche Intelligenz