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E-Rezept

2020 bringt viele Veränderungen im Gesundheitsmarkt mit sich: Apps kommen in die Regelversorgung, die Telematikinfrastruktur (TI) wird den Weg für Telemedizin, die elektronische Patientenakte (ePA) und auch das E-Rezept ebnen.

Ursprünglich war geplant, dass Verschreibungen ab Oktober 2020 als E-Rezept ausgestellt und online versandt werden dürfen. Doch schnell wurde klar, dass dieser Plan offenbar nicht eingehalten wird. Im Januar 2020 erklärte gematik-Leiter Hannes Neumann auf dem BMC-Kongress, dass die für die Versicherten nötigen Anwendungen wahrscheinlich erst zu Anfang 2021 fertig sein würden.

Über 50 Pilotprojekte

Mit dem „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV)“ legte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Grundstein für das E-Rezept in Deutschland. Bereits seit dem Startschuss im August 2019 sind Testmodelle erlaubt. Wie viele Anbieter den Wandel mitgestalten wollen, zeigt sich deutlich an der hohen Zahl der parallel laufenden Pilotprojekte. Über 50 waren es Ende 2019. 

Doch bis die Spezifikationen für eine einheitliche Technologie veröffentlicht werden – das ist Aufgabe der gematik und für Ende Juni 2020 geplant – müssen die Verantwortlichen der Modellprojekte abwarten, wie es weitergeht. Denn damit Patienten ihr E-Rezept bei allen Apotheken einlösen können, ist eine einheitliche Technologie nötig.


Patientendaten-Schutzgesetz: E-Rezept-App von der gematik

Für etwas Klarheit sorgt der Referentenentwurf für das Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur, kurz Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG), der am 30.1.2020 vorgelegt wurde. Er sieht vor, dass die gematik für die Entwicklung der E-Rezept-App zuständig ist. Diese soll 2022 zur Verfügung stehen. Die Anbieter, die bis jetzt an eigenen Lösungen arbeiten, bleiben jedoch im Rennen: Die App soll eine Schnittstelle beinhalten, die den Patienten erlaubt, das E-Rezept an andere Apps zu senden. Der Arzt kann die Verordnung aber nur auf die gematik-App ausstellen. (Quelle)

 

Warum das E-Rezept gute PR braucht

An diesem Prozess sind viele Akteure beteiligt: gematik, Vor-Ort- und Versandapotheken, niedergelassene Ärzte sowie Anbieter von Videosprechstunden, Kliniken, Krankenkassen, Hard- und Software-Hersteller, Anbieter von ePA und nicht zuletzt die Patienten.

Vor diesem komplexen Hintergrund erfordert die Kommunikation für Unternehmen im Umfeld des E-Rezepts ein hohes Maß an Transparenz. Die unterschiedlichen Stakeholder haben unterschiedliche Anforderungen und Wissensstände: Patienten stehen vor vielen Fragen, die Aufklärung bedürfen. Vor allem die Sicherheit der Daten treibt viele um. Geschäftspartner suchen nach Sicherheit. Differenzierte Botschaften und zielgruppenspezifische Maßnahmen sind die Grundlage für eine Kommunikation, die Öffentlichkeit und Unternehmer überzeugt.